Lerntraining - Herzlich Willkommen!

Was wird in den schriftlichen und praktischen IHK Prüfungen verlangt?

Wie können Sie aktiv lernen, um Ihre Prüfung sicher zu bestehen?

Hier sind die 3 wichtigsten Wahrheiten über das Lernen!

Finden Sie Ihre eigene Wahrheit heraus 🙂

Lernen kommt in Gang, wenn Menschen in ihrem Leben auf unerwartete Widerstände und Probleme stoßen, die sie lösen wollen, um weiterzufahren. Deshalb sind z.B. Lebenskrisen jeder Art biografisch hoch bedeutsame Lernsituationen, aber auch jedes Alltagsproblem, das man in Zukunft vermeiden möchte, enthält einen Lernimpuls. Das Wenigste kann der Mensch von Geburt an, das Meiste – Gehen, Sprechen, Fahrradfahren, Essen zubereiten, Konflikte lösen, sich angemessen anziehen, Rechnen, Flirten, Zuverlässig sein, sich ausdrücken, einen Computer bedienen, sein eigenes Leben in die Hand bekommen und unendlich viel mehr – muss er sich im Laufe seines Lebens erst aneignen, d.h. eben: lernen. Lernen ist also eigentlich der Prozess der Selbstentwicklung des Menschen.

Unsere Bildungslandschaft ist von einem kognitiven (= auf Wissen bezogenen) Verständnis des Lernens geprägt. Demnach besteht der Akt des Lernens vor allem in der Aufnahme und dem Behalten von Wissen, Informationen und theoretischen Zusammenhängen. Lernen ist nach diesem Verständnis ein Akt der Bewusstseinsbildung.

„Erst mal muss man den Lernenden erklären, wie es richtig geht, und die Theorie dazu vermitteln. Wer eine Sache weiß, einen Zusammenhang begriffen und gedanklich erfasst hat, der wird – so die stillschweigende Annahme – auch in diesem Sinne handeln. Wieso gibt z. B. der Raucher, den man über das hohe Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, belehrte und der das auch verstanden hat, das Rauchen nicht sofort auf? Wieso erleiden junge Akademiker, die lange und erfolgreich studiert haben, in ihrer ersten Stelle so etwas wie den bekannten Praxisschock? Wieso werden z.B. Sicherheitsvorschriften missachtet, obwohl darüber ausführlich belehrt (und möglicherweise sogar eine Prüfung abgehalten) wurde? Gelerntes Wissen führt keineswegs immer und selbstverständlich zu entsprechendem Handeln: „Sie wissen, wie es geht, können es aber nicht“

Statt, dass man bei Fehlern und Pannen dem eigenen Unvermögen ins Auge blickt, kann man für sie nur allzu leicht äußere Gründe, „Sündenböcke“ verantwortlich machen, denen man die „Schuld“ für das Problem geben kann: Wenn man beim Festziehen eine Schraube abreißt, weil man zu unsensibel und gewaltsam ans Werk gegangen ist, müsste man sich an diesem Punkt ändern, also lernen. Stattdessen behauptet man aber, die Schraube hätte nichts getaugt oder man hätte es mit schlechtem Material zu tun. Damit ist man selbst aus der Verantwortung und braucht sich selbst nicht zu ändern. Entscheidend dafür, ob aus einer Mangelerfahrung gelernt werden kann, ist es also, ob derjenige, der die Mangelerfahrung macht, diese auf sich selbst bezieht, oder äußere Bedingungen für den Mangelzustand verantwortlich macht.

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen und Motiven, Lernprozesse bewusst lernen zu wollen. Man kann z.B. lernen wollen, um vor den anderen besser dazustehen, oder um Erfolg zu haben usw. Auch persönliche Vorteile, die mit einem Lernen verbunden sein könnten – wie etwa eigene Arbeitserleichterung – können zu Lernmotiven werden, oder man kann einfach „aus Freude“ lernen. Oder man entschließt sich zum Lernen, weil man den gegebenen Zustand, gemessen an den eigenen Ansprüchen, nicht akzeptieren kann. Man kann auch lernen, weil man sich selbst bestimmte Ziele gesetzt hat und überzeugt ist, die eigene Entwicklung selbst in die Hand nehmen zu können und zu sollen. Dieser Lernwille bedeutet auch, dass man bereit ist, seinen Lernprozess selbst in die Hand zu nehmen: hier wird man von keinem „geschickt“, sondern man muss selbst wollen.

Sobald man etwas Neues versucht, trifft dieses logischerweise auf den geballten Widerstand des Alten. Es dauert eine längere Zeit, bis die neue Handlung, die neue Vorgehensweise, Haltung, Fähigkeit usw. wirklich selbstverständlicher individueller Besitz geworden ist. Meist hat man das Neue zunächst einmal nur als Idee im Kopf, man ist kurzfristig davon begeistert, man hat etwas begriffen, aber man „hat“ es noch nicht. Eine neue Fähigkeit muss erst vom Erkennen und Verstehen in die selbstverständliche Verfügbarkeit, die Gewohnheit gelangen, sie muss in Fleisch und Blut übergehen. Das erfordert meist längeres Üben, und dieses Üben ist erst einmal mit dem Erlebnis verbunden, dass man das Neue zwar begriffen hat, es aber eben noch nicht „kann“.

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